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Ich möchte nochmal kurz auf den Baum zurückkommen...

Also das war so: Während meine Freunde mit ihren Mädels irgendwo zu Gange waren, fröhnte ich mal wieder meiner Tanzsucht. Und da ich mir ja eh überlegt hatte, dass für mich nichts laufen würde, bin ich dabei auch sehr aus mir rausgegangen. Mir war relativ egal, wie mein Luftgitarrespiel aussieht. Ich tanze so etwas abseits am Rand der Tanzfläche, ganz für mich völlig betrunken.

Ich war allerdings scheinbar doch nicht so unbeachtet geblieben, wie ich dachte. An meinem Ende der Tanzfläche tanzten nämlich noch zwei Bäume. Also natürlich zwei als Bäume verkleidete Mädels, es war immerhin Rosenmontag. Ich hatte ein-, zweimal das Gefühl, die eine schaue zu mir rüber, aber hab das dann als Einbildung abgetan. War ja jetzt auch eh alles egal.

Wir sind dann ja in dem Laden geblieben, bis das Licht anging und dementsprechend sind auch alle die noch da waren, etwa gleichzeitig gegangen. Ich stand draußen mal wieder eine Runde alleine rum, weil die Jungs mal wieder mit ihrem Mädels beschäftigt waren. Tja und als wir gerade gehen wollen, kommt der eine Baum auf mich zu und meint:

"Hey, das ist jetzt etwas peinlich, aber meine Freundin, die ist ziemlich schüchtern und traut sich nicht dich anzusprechen. Aber sie wollte, dass du weißt, dass sie findet dass du umwerfend gut aussiehst."

Aus mir jetzt vollkommen unerfindlichen Gründen hab ich ihr zwar das Kompliment zurückgegeben (bzw. ausrichten lassen), aber auch behauptet, ich wäre vergeben.

Dennoch hat mich das ganze irgendwie wieder aufgebaut.

28.2.09 21:51


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Loch im Fuss

Mein Vater ist Künstler. Naja, jedenfalls hält er sich für einen. Er ist außerdem Hobby-Schmied. Er schmiedet. Irgendwann hat er mir zur Übung ein Schwert geschmiedet. Das steht bei mir im Schrank.

Wir haben damit rumgespielt, am Wochenende. Wir sind Jungs (und Spartaner). Jetzt stand das Schwert immernoch im Schrank, aber leider nicht mehr so stabil wie vorher.

Am Dienstag beseitige ich gerade die Unordnung, die Karneval hinterlassen hat. Ich schmeiß meine Jeans in die Waschmaschine und will mir 'ne neue ausm Schrank nehmen. Auf der Jeans, steht das Schwert.

Und dann steckt das Schwert auf einmal in meinem Fuß. Ein Teil von mir fand das ganz lustig. Ein anderer Teil klebt ein Pflaster auf das 4cm-Loch. Dann wird mir schwarz vor Augen.

Die Jungs haben mich dann noch ins Krankenhaus gebracht, wo das Loch genäht wurde. Der Arzt (und mehrere Pfleger) fanden die Geschichte unheimlich lustig.

Danke noch an meine Exfreundin, die mich abgeholt und sicher nach Hause gebracht hat.

28.2.09 17:07


What's your profession?

Veilchendienstag. 6:19Uhr. 5 Jungs, 2 Mädchen, 30qm. Ich kann nicht mehr. Mein bester Freund ist grad in meiner Küche und fickt. Auf meinem Bett – noch ein Pärchen. Ich werd einfach nicht hinsehen. Einer schläft inner Ecke. Und einer wartet mit der Kamera vor der Küchentür. Was war passiert?

Fünf Tage früher. Es fing an mit Weiberfastnacht. Irgendwo in Köln, habe ich mir zusammen mit Heidi, Vampiren, einer fetten Hummel und einem Blauhelmsoldaten die Kante gegeben. Irgendwann war ich dann auch zuhause und habe mir dort die Kante gegeben. Abends habe ich mir schließlich irgendwo in Ehrenfeld die Kante gegeben. Am Ende des Tages waren es eine halbe Flasche Sambuca, eine halbe Flasche Berentzen, eine halbe Flasche Vodka-O, vier Bier und etwa zwölf Pinnchen.

Nach unruhigem Schlaf ging es Freitag weiter. Nach verkaterten Einkäufen für Samstag ging es abends zur WG-Party. Die Wohnung war reiner Luxus und voller Studenten. Medizinstudenten. Unnötig zu sagen, dass ich früh zuhause war. Ruhen vor dem Sturm.

Am Samstag schlägt der FC die Bayern, während ich die letzten Vorbereitungen treffe. Alles ist bereit. Zur Sportschau kommen die ersten Gäste. Die fünf Jungs bleiben bis Dienstag. Es geht los mit Sangria. Zu den fünf kommen bis zwölf noch etwa zwanzig dazu. Ein rauschendes Fest.

Nach den Glückwünschen um Mitternacht muss ich mich kurz mit meiner Exfreundin streiten. Ich mal mir eine Träne ins Gesicht und wir feiern weiter. Dann passiert noch das Unglaubliche: Ein Mädchen, eine Massage. Danke dafür, du hast mein Trauma besiegt.

Um drei geht’s nach draußen. In dem Club werde ich auf der Tanzfläche zum – glücklichen – menschlichen Pinball. Irgendwann als es gerade langsam hell wird, liegen wir in meine Wohnung gequetscht in unseren “Betten“.

Sonntag schaffen wir es irgendwie die Wohnung in einen präsentierfähigen Zustand zu bringen. Meine Eltern kommen vorbei und gehen wieder. Dann kommt noch jemand, den ich auch wirklich sehen will. Leider geht auch sie viel zu schnell wieder. Wir bringen die Wohnung dann wieder in ihren versifften Zustand zurück, trinken, rauchen Shisha und ziehen uns bis spät DVDs rein.

Am Rosenmontag schlafen wir erstmal relativ lange. Dann brauchen wir noch zwei Stunden um uns Fertig zu machen. Zum Glück ist der Zug nicht weit. Proportional zu unserem Alkoholpegel steigt unsere Stimmung. Wir treffen einen Spartaner und rasten vollkommen aus. Am Neumarkt schieße ich Rosen, die keiner will.

Abends koche ich betrunken für die Jungs. Anschließend schlafen alle ein. Ich wache irgendwann auf dem Fußboden im Bad auf. Ich dreh die Musik auf und mache Terror bis alle wach sind. Wir machen uns fertig, aber ohne Verkleidung.

Ohne Verkleidung kommen wir nicht rein, wo wir rein wollten. Es ist Rosenmontag in Köln, also finden wir was anderes. Nach etwa fünf Minuten im Club macht der erste von uns rum. Ich tanze ein Mädchen an, aber meine Ex kommt dazu und ist sauer. Wir streiten uns wieder. Ich halte mich den restlichen Abend von Mädchen fern. Die anderen nicht.

Wir gehen, als die Lichter angehen. Die beiden Mädchen wollen weiterfeiern, also kommen sie mit zu mir. Das war passiert.
25.2.09 17:00


The Story of my life (or “The Massage that I Never Got”)

Ich wurde noch nie von einem Mädchen massiert. Natürlich könnte sich das im Laufe meines Lebens noch mal ändern, aber das wird es nicht. Ich massiere gerne. Ich weiß nicht, ob ich es kann, aber bisher hat sich noch kein Mädchen, dass ich massiert habe beschwert. (Wenn es ihnen nicht gefallen hat und sie haben sich nicht beschwert, sind sie selbst schuld.)

Jedes Mädchen, das ich massiert habe, hat mir versprochen, mich irgendwann auch zu massieren. Wie oft habe ich den Satz gehört: „Ich muss dich auch unbedingt mal massieren.“? Das kam meistens, wenn sie gerade auf dem Bauch lag und von mir massiert wurde. Oder am Telefon, wenn sie weit weg war. Jedenfalls wurde ich nie massiert.

Ich weiß auch nicht, wie oft ich schon gehört habe, wo großartig ich bin. Wie lieb, verständnisvoll, charmant, einfühlsam, zärtlich. Das einem Mädchen nichts Besseres passieren kann, als mit mir zusammen zu sein. Das haben sogar Mädchen gesagt, mit denen ich tatsächlich zusammen war. Mir wurde gesagt, ich kann einem Mädchen das Gefühl geben, sie sei das tollste Mädchen auf der ganzen Welt.

Ich massiere Mädchen gerne. Ich bin gerne lieb zu ihnen, ich mache ihnen gerne Komplimente, ich versuche gerne sie zu verstehen, ich lerne sie gerne kennen und ich bin gerne zärtlich. Ich denke mir nichts dabei, ich mache einfach nur das, was mir in den Sinn kommt. Ich gebe Mädchen das Gefühl, dass ich sie mag – weil ich sie mag. (Selbst dann, wenn ich mehr als nur ein Mädchen mag.) Ich muss mich dafür nicht anstrengen, es ist einfach.

Ich denke einem Mädchen kann sicherlich Schlimmeres passieren, als mit mir zusammen zu sein. Aber ich bin kein Messias und (auch wenn mein äußeres Anderes vermuten lässt) auch kein Gott. Ich habe meine Stärken und ich habe meine Schwächen. Ich freue mich auch, wenn man meine Stärken zu schätzen weiß und mir das sagt.

Aber alle Worte sind wertlos, wenn ihnen keine passenden Taten folgen.

Mädchen sagen mir, sie würden mich unheimlich gerne sehen, aber haben nie Zeit.
Mädchen sagen mir, ich wäre der perfekte Freund, aber sie bleiben Single.
Mädchen sagen mir, ich wäre der so interessant, aber sie hören mir nicht zu.
Mädchen sagen mir, ich wäre das Beste, was ihnen je passiert ist – und ficken dann Andere.
Mädchen sagen mir, ich wäre großartig – aber sie bräuchten Zeit

Okay.

Wenn du mich sehen willst, dann nimm dir Zeit.
Wenn ich der perfekte Freund bin, dann nimm mich.
Wenn du mich interessant findest, dann hör mir zu.
Wenn ich das Beste bin, was dir je passiert ist, dann halt dich doch bitte von den Anderen fern, Okay?

Wenn ich so großartig bin, was ist dann dein gottverdammtes Problem?

Und wenn du mich massieren willst, tu es einfach. Lass die Versprechen.

18.2.09 05:19


Teil IV - S-Bahn

Ich hatte es endlich durchgezogen, die Zeit der zwei Freundinnen war vorbei. No more secrets no more lies . Aber obwohl ich jetzt endlich frei war, fühlte es sich nicht so an. Es war paradox, wochenlang schaute ich jedem Mädchen nach obwohl ich in zwei festen Beziehungen war und jetzt… jetzt interessierte mich nur noch eine.

Dieses Mädchen, ausgerechnet aus Düsseldorf (nicht direkt, aber so gut wie) hatte es mir echt angetan. Ich kann heute nicht einmal mehr genau sagen warum eigentlich. Klar, sie sah echt gut aus und ich hab selten jemanden getroffen der so… leidenschaftlich war, aber eigentlich hatten wir wenig gemeinsam. Außerdem hat sie mir nie zugehört, aber ich hing an ihren Lippen.

Wir haben uns meist bei ihr getroffen und dann alles gemacht, was man so macht, wenn man zusammen ist. Nur das wir eben nicht zusammen waren. Was wir genau waren, wussten wir beide nicht. Es war jedenfalls klar, dass sie keine Beziehung wollte, aber auch nicht nur Sex. Also waren wir letztlich so etwas wie ’friends with benefits’.

Ich hab das ganze erstmal sehr genossen. Ich wollte zwar mehr, aber das behielt ich lieber für mich, schließlich wollte ich das, was ich hatte nicht aufgeben. Zumal der Sex echt gut war. Es war schon bizarr das ganze. Wir waren irgendwann zusammen auf einem Geburtstag und dort viel Zeit damit verbracht, Leute darüber aufzuklären, dass man nicht zusammen sein muss um rumzumachen.

Ich hab mich aufgeführt wie ein liebestoller 13-Jähriger, am Telefon gewartet, ihre Nummer gewählt und nicht angerufen, Briefe (ja, okay, ICQ-Messages) geschrieben und nicht abgeschickt, all solche Sachen. Natürlich wusste ich, dass ich es ihr irgendwann würde sagen müssen. Ich wusste auch, dass das Ganze dann vorbei sein würde. Aber trotzdem bewahrte ich mir meine Hoffnung, denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

In jedem Fall hat mich das ganze so abgelenkt, dass ich kaum mehr an die Zeit davor dachte. Vor allem eine meiner beiden (Ex-)Freundinnen unternahm zwar noch versuche, wieder mit mir zusammen zu kommen, aber das alles interessierte mich wenig. Vor allem kam ich auch nie wirklich auf die Idee, über mein eigenes Verhalten zu reflektieren. Aber das sollte noch kommen.

Erst einmal zog ich endlich um. Ich mag das Ruhrgebiet, wie man das Ruhrgebiet nur mögen kann, wenn man dort geboren ist, aber ich liebe Köln. Es wurde ohnehin Zeit für einen Neuanfang und was kann da besser sein, als eine neue Stadt? Die neue Stadt hielt (und hält) auch alles was sie versprach, das Problem, das ich hatte kam ja schließlich aus Düsseldorf.

Ich werde nie vergessen, wie ich in der S-Bahn saß, auf dem Weg nach Hause. Die S6 von Düsseldorf nach Köln. Wir waren zusammen feiern gewesen, meine Angebetete, ein paar Freunde und ich. Ich hatte mich verdammt komisch aufgeführt an dem Abend. Ich war beleidigt, weil sie nicht mit mir tanzte, und rastete völlig aus, ging sogar auf meinen besten Freund los. Irgendwann hab ich ihr dann melodramatisch meine Liebe gestanden. Sie war ganz nett, aber das ist mir in dem Moment nicht so aufgefallen, ich war zu betrunken.

Ich bin direkt danach heulend aus dem Laden. Auf dem Weg zum Bahnhof lief ich dann erstmal über ne rote Ampel und direkt – kein Witz – gegen einen Streifenwagen, der da gerade lang fuhr. Die Polizistin drin regte sich tierisch auf, aber das habe ich nur am Rand mitgekriegt. Von der Heulerei hatte ich dann noch meine Kontaktlinsen verloren und irrte relativ blind durch die Straßen.

Irgendwann saß ich dann endlich – immer noch heulend und zu genau dem richtigen Lied – in  der S-Bahn. Jetzt endlich realisierte ich, was in den letzten Monaten passiert war, was ich getan hatte und wie sehr ich all das geworden war, was ich früher so gehasst hatte. Ich hatte all die Fehler gemacht, die ich nie machen wollte.

Ich kann nichts davon wirklich wieder gut machen. Aber an diesem Abend, in dieser S-Bahn, hatte ich wenigstens etwas verstanden. Wer ich sein will – und wer nicht.

12.2.09 00:29


Teil III - Grenzen

Das Schicksal hat eindeutig Sinn für Humor. Ich hatte also im Sommer des letzten Jahres zwei Freundinnen zur gleichen Zeit und irgendwie brachten die Beiden es fertig, genau gleichzeitig in den Urlaub zu fahren. Jetzt hätte ich plötzlich wieder sehr viel Zeit (zwei Beziehungen gleichzeitig zu führen ist naturgemäß sehr zeitaufwändig). Zeit, um noch ein paar Grenzen zu überschreiten.

Welche Grenzen hatte ich noch nicht überschritten? Mit meiner halbschwedischen Freundin habe ich, glaube ich, insgesamt fünf Mal Schluss gemacht. Es lief immer wieder gleich ab: Ich mache Schluss, sie ist am Boden zerstört. Sie tut mir leid, ich mache ihr wieder Hoffnungen und dann enttäusche ich sie wieder. Schließlich verspreche ich, es nie wieder zu tun und wir kommen wieder zusammen. Ich hatte wirklich zwei Seiten in der Zeit. Ich konnte charmant sein, zuvorkommend, zärtlich. Und dann abweisend, berechnend, kalt.
Wenn wir uns scherzhaft geärgert haben, fing ich plötzlich an zu übertreiben, wurde verletzend. War sie dann sauer, behandelte ich sie so lange eiskalt, bis sie mich förmlich anbettelte wieder lieb zu sein.

Aus welchen Gründen auch immer, aber zu jener Zeit war mir ungefähr alles und jeder völlig gleichgültig, selbst mein kreischendes Gewissen lies mich völlig kalt. Aus meiner damaligen, beunruhigend verqueren Perspektive war die nächste logische Konsequenz ein drittes Mädchen.

Kurz nachdem sich meine Freundinnen in den Urlaub verabschiedet hatten, fand ich mich auf der Tanzfläche einer wirklich sehr guten Disko wieder und freute mich meines Alkoholpegels. Ich steh auf Tanzen. Ich kann es zwar nicht, aber ich steh einfach drauf und tu es trotzdem. Nicht nur - aber vor allem - wenn ich betrunken bin. Wenn dann die Musik noch richtig gut ist, dann steh ich auch gerne mal ohne meine Freunde auf der Tanzfläche, so wie an diesem Abend. (Ich liebe meine Freunde, aber manchmal sind sie echt ätzend tanzunfreundlich)

Mein Pegel war derart, dass ich zwar gemerkt hab, dass das (unheimlich kleine) Mädchen, dass ich antanzte überhaupt keinen Bock auf mich hat, es aber einfach trotzdem tat. Sie erzählte mir später, dass sie ihren Freundinnen versprochen hatte, ausnahmsweise mal nett zu Jungs zu sein, deswegen redete sie schließlich kurz mit mir und wir tauschten Nummern aus.

Es wäre dabei geblieben, da zunächst eigentlich keiner von uns beiden daran interessiert war sich zu melden. Aber im Suff schrieb ich dem winzigen Mädchen schließlich doch irgendwann. Das ganze ging recht merkwürdig weiter. Besonders unser zweites Treffen ist mir gut in Erinnerung geblieben.

Es war an dem Samstag, als meine Freundinnen aus dem Urlaub zurück kamen. Am Freitag davor musste ich arbeiten, was deswegen wichtig ist, weil es bedeutete dass ich um sechs Uhr aufgestanden war. Abends war ich wieder in der Disko, in der ich das winzige Mädchen getroffen hatte (sie war nicht da) und es war mal wieder großartig. Von dort aus bin ich morgens (um 8-9 Uhr) direkt zum Bahnhof, um eine meiner beiden Freundinnen abzuholen (die Schwedin). Ich blieb etwas bei ihr, kam aber immernoch nicht zum schlafen (sie hatte Anderes im Sinn). Anschließend holte ich meine andere Freundin vom Flughafen ab um mich dann schließlich Abends (zusammen mit ihren und meinen Freunden) mit dem kleinen Mädchen zu treffen.

Wir grillten auf einem Betonplatz unter einer Rheinbrücke in Düsseldorf und waren anschließend feiern. Das kleine Mädchen und ich küssten uns auch irgendwann. Ich hatte in der Richtung schließlich keine Hemmschwelle mehr. Sie allerdings auch nicht, sie küsste auch noch zwei andere Jungs an dem Abend, aber wer bin ich, mich zu beschweren? Ich ging dennoch recht früh, weil ich wirklich fertig war und kam schließlich um drei Uhr, nach 45 Stunden ohne Schlaf endlich in mein Bett.

Wieder bewies das Schicksal Sinn für Humor, denn jetzt war ich verknallt in dieses Mädchen. Sie auf der anderen Seite, wusste nicht, was sie von mir wollte. Sie entschied sich zunächst für Freundschaft, was sich dann allerdings mehrfach änderte.

So waren wir irgendwann zusammen feiern und sie fragte mich unvermittelt, ob ich eigentlich wüsste, was ich von ihr will. Zu meinem eigenen erstauen erwiderte ich: "Ficken auf jeden Fall." Sie sah mich erstmal völlig entsetzt an, verzog dann das Gesicht, lächelte schließlich und sagte: "Okay, dann komm doch gleich mit zu mir". Ich konnte das in dem Moment selbst kaum glauben, aber so ist es passiert.

Als ich am nächsten morgen von ihr aus zur Arbeit fuhr, hatte ich schließlich die überfällige Entscheidung getroffen.
Einen Tag später beendete ich endlich beide Beziehungen.

10.2.09 03:09


Teil II - Lügen

Es war Anfang Mai und einer der besten Abende überhaupt. Es fing an in einem versifften Proberaum in Oberhausen-Sterkrade. Ich saß eigentlich nur rum und erfreute mich am Alkohol, während die anderen machten, was Musiker in 'nem Proberaum halt so machen. Außer Dominik, der machte, was ein Schlagzeuger in 'nem Proberaum halt so macht. Das ganze war wirklich alternativ und verdammt ausgelassen. Es ging uns eigentlich einfach gut an diesem Tag im Mai.

Irgendwo ganz woanders war meine Freundin. Die ich keine Frage wirklich gern hatte, die aber an dem Abend nur selten in meinem Kopf auftauchte. Sie war schon ein echt tolles Mädchen, sie sah gut aus, sie war auch echt nett, konnte sogar lustig sein. Der Haken war nur, dass wir einfach nie miteinander geredet haben. Ich war letztlich fast fünf Monate mit ihr zusammen und muss gestehen dass ich im Prinzip nichts über sie weiß, außer das sie groß ist, dunkle Haare hat und aus Litauen stammt. Aber an diesem Tag im Mai wir waren zusammen und ich redete mir ein, dass das alles schon gut werden würde.

Vom Proberaum aus sind wir dann irgendwann heiter ins Saint gezogen. Das Saint liegt in der ungefähr abgewracktesten Gegend des ganzen Ruhrgebiets, direkt neben der definitiv abgewracktesten Disko des ganzen Ruhrgebiets. Ich könnte hier bestimmt seitenweise nur über diesen Laden schreiben, aber ich beschränke es darauf, dass es wohl der place to be war an diesem Abend, jedenfalls wenn mit so Freaks unterwegs war wie ich. Aber es war gut. Es war wirklich ein verdammt guter Abend.

In einem bestimmten Moment an diesem Abend hab ich es dann verpasst ein bestimmtes, sehr ansprechendes Mädchen mit (sichtbaren) schwedischen Wurzeln darauf hinzuweisen, dass ich eigentlich vergeben war. Dummerweise ergab sich auch kein weiterer solcher Moment dann auch nicht wieder. Darüber hinaus mislang mein Versuch, wenigstens abweisend zu wirken auch völlig. Ich ging also an diesem Abend mit der Telefonnummer dieser wirklich attraktiven Halbschwedin nach Hause. Ich fühlte mich wirklich schlecht dabei.

Zwei Wochen später musste ich mich leider sehr unangenehm mit meiner Freundin streiten. Ich hab nicht mal mehr die leiseste Ahnung, worum es eigentlich ging. Nur das es im ICQ war und für mich Grund genug, endlich Schluss zu machen. Ich nahm mir das also für das nächste Mal, das wir uns sehen würden vor. Euphorisiert von meiner Entscheidung erinnerte ich mich an die Halbschwedin.

Lustigerweise war sie weder von der Tatsache irritiert, dass ich zwei Wochen brauchte um mich bei ihr zu melden, noch davon dass ich vergessen hatte, das mit meiner Freundin zu erwähnen. Wir verstanden uns prächtig. Sie verkörperte exakt alles, was meien Freundin nicht war. Sie war positiv verrückt, unhöflich, dreist und bezeiten echt eklig. Das wir nächteweise durchtelefonierten hielt ich für ein gutes Zeichen. 
Dummerweise verpasste ich es gleichzeitig irgendwie, meinen Entschluss bezüglich meiner Freundin in die Tat umzusetzen und die Dinge wurden kompliziert.

Erstmal lief das ganze eine Weile parallel und ich klopfte mir auf die Schulter, dafür dass ich im Begriff war, zwei Freundinnen gleichzeitig zu haben. Meine Ego nahm wirklich beängstigende Größen an. Aber dann errang mein schlechtes Gewissen einen Zwischensieg und ich rang mich dazu durch, mich zu entscheiden. Ich trennte mich endlich - und wie ich dachte endgültig - von meiner Freundin und widmete mich ganz der verrückten Schwedin.

Die verrückte Schwedin machte dann allerdings etwas, das ich als ziemlich blöd empfand. Ich war in der Geschichte nämlich anscheinend nicht der einzige, der gewisse Entscheidungsschwierigkeiten hatte. So erfuhr ich dann eines Abends von der (noch viel verrückteren) besten Freundin von einem gewissen Arschloch, dass in den Genuss der oralen Talente meiner angedachten zukünftigen Freundin gekommen war. Ich war darüber ziemlich angepisst und wandte mich einstweilen der besagten besten Freundin zu. Auf die Art konnte ich einerseits endlich herausfinden, ob Zungenpiercings beim Küssen stören und andererseits der Schwedin retour ans Bein pissen.

Ich fühlte mich ziemlich gut danach. Auch noch nachdem ich von ihr recht ausgefallen dafür beschimpft worden war (und ich sie für die Sache mit dem Arschloch beschimpft hatte). Und erst recht fühlte ich mich gut, als ich es dann auch noch schaffte, mit meiner Exfreundin wieder zusammen zu kommen. In diesem Moment war also alles wieder auf Anfang, als hätte es dieses ganze Skandivanierin-Intermezzo garnicht gegeben.

Allerdings hatte es mir diese Skandinavierin mehr angetan, als ich zugeben wollte. Das ich jetzt eigentlich (wieder) vergeben war hielt mich erneut nicht davon mich mit ihr zu treffen. Es war ein wirklich tolles Treffen, an dessen Ende ein wirklich toller Kuss stand und in dessen Verlauf wir meine Komplette Heimatstatt abliefen. Wir vergaben uns unsere Eskapaden und versprachen uns gegenseitig, dass wir uns zukünftig aufeinander konzentrieren und uns von anderen... Leuten... fernhalten würden. Soweit ich weiß, hat sie sich sogar daran gehalten.

Ich hielt mich nicht daran. Ich kam mir so unheimlich toll dabei vor, zwei Beziehungen gleichzeitig zu führen.

Ich redete mir ein, dass es den Beiden ja nicht schade, solange sie es nicht wüssten. Das war sogar im Prinzip richtig, aber meine Fehlleistung ging viel tiefer. Sie zu belügen und Dinge vorzuspielen war eine Sache, aber auf meinem Egotrip behandelte ich sie wirklich abartig und schaffte es sogar, nichtmal zu bemerken, wie sehr ich sie verletzte und demütigte.

Der (zumeist verdrängte) Teil meines Bewusstseins, der sich noch so etwas wie Anstand und moralische Grundsätze bewahrt hatte, wusste, dass das ganze irgendwann auffliegen musste. Und dieser Teil von mir freute sich darauf, denn ich hätte Reaktion, die dann gefolgt wäre, absolut verdient gehabt (und mehr).

Lächerlicherweise ist es nie aufgeflogen und ich bin mit der Sache einfach davon gekommen.
10.2.09 03:08


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